Unsere Bürgy-Orgel

Die Orgel wurde 1769 von Johann Conrad Bürgy aus Bad Homburg für die neue Französisch-Reformierte Kirche in Frankfurt-Bockenheim gebaut. Die Arbeit stellte für die 1763 gegründete Werkstatt einen repräsentativen Auftrag dar. Nach außen zeigt sich dies durch das außergewöhnliche Gehäuse und die aufwendige Gestaltung der Spielanlage. 1789 wurde die Orgel als Interimsinstrument nach Frankfurt transferiert und 1791 im Zuge der Fertigstellung einer neuen Kirche an die Gemeinde Diedenbergen verkauft. 1795 wurde sie schließlich dort aufgestellt.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert blieb das Instrument von größeren Umbauten verschont. Durchgeführt wurden lediglich Reparaturen. Daher sind von den insgesamt 18 Registern 15 nahezu vollständig erhalten.

1971 wurde die Orgel nach den damaligen Vorstellungen überarbeitet. Vornehmlich im technischen Bereich wurden Eingriffe vorgenommen, die sich als problematisch erwiesen haben und die für die weitere Erhaltung der Orgel rückgängig gemacht werden müssen. Die aus klanglichen Gründen besonders dünnwandig ausgeführten Metallpfeifen haben zu dicke und damit zu steife Anlängungen erhalten und wurden deshalb beim Stimmen mitunter stark beschädigt. Die Orgel von Diedenbergen ist mit 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal das größte erhaltene Instrument ihres Erbauers, aus dessen Werkstatt auch die dreimanualige Orgel der Schloßkirche Bad Homburg hervorging. Aufgrund von Größe, Erhaltungsumfang und Ausführungsqualität zählt sie zu den herausragenden hessischen Denkmalorgeln des 18. Jahrhunderts.

Die Orgel ist ein Kulturdenkmal, das nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz in die Denkmalliste eingetragen ist.

Die Orgel soll 2017 einer umfassenden Restaurierung unterzogen werden, um qualitativ minderwertige Zutaten und Veränderungen auszuscheiden, Schäden nachhaltig zu beseitigen und die Orgel in einen dauerhaft funktionssicheren und musikalisch inspirierenden Zustand zu versetzen.

Thomas Wilhelm, Orgelsachverständiger der EKHN